Weltdiabetestag: Fett macht doch nicht fett

14.11.2010

Spannende Erkenntnisse nicht nur für Diabetiker

Weltweit sind heute schon über 250 Millionen Menschen von Diabetes betroffen – Tendenz steigend. Bei der Behandlung der Volkskrankheit spielt auch die Ernährung eine wichtige Rolle. Seit Jahren folgen Ernährungswissenschaftler, Ärzte und Betroffene den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE). Unter dem Motto „Fett macht fett“ empfiehlt diese zur Bekämpfung der lästigen Pfunde eine fettarme Ernährung. Aktuelle Analysen stellen dies im Zusammenhang mit einer erfolgreichen Diabetes-Therapie jedoch nun in Frage und tendieren zu einem stärkeren Anteil von Nahrungsfett und weniger Kohlehydraten.

Der 14. November jeden Jahres steht ganz im Zeichen des Weltdiabetestages. Von den Vereinten Nationen initiiert, dreht sich nun schon zum fünften Mal alles um die Stoffwechselkrankheit Diabetes mellitus, die in Deutschland seit Jahren zur Volkskrankheit avanciert. Ziel des weltweiten Aktionstages ist die Aufklärung über Ursachen, Folgen und die Behandlung der „Zuckerkrankheit“. Bei der Prävention und Therapie des am häufigsten auftretenden Typ 2-Diabetes spielt vor allem eine gesunde Ernährung eine Rolle. Da die Krankheit häufig durch Übergewicht hervorgerufen wird, empfehlen Experten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung seit Jahren eine fettarme Ernährung. Neue Studien zeigen jedoch: Unter fettarmen Diäten steigern die Patienten die Zufuhr von schnell verfügbaren, raffinierten Kohlenhydraten. „Um diese abzubauen benötigt der Körper vermehrt Insulin, das maßgeblich an der Regulierung eines gesunden Blutzuckerspiegels beteiligt ist. Die Nebenwirkung: Patienten nehmen zu und auch der Blutdruck steigt“, erklärt Dr. med. Kirsten Peter Böhmer, Facharzt für Innere Medizin, Nephrologie, Hypertensiologie und Diabetologie in der Internistischen Fachklinik Dr. Steger. Internationale Experten debattieren derweil über eine Empfehlung zur verstärkten Zufuhr von Fett anstelle von Kohlenhydraten und eröffnen damit neue Perspektiven in der Diabetestherapie.

Oftmals reicht eine gesundheitsbewusste Ernährung jedoch nicht aus, um die Krankheit effektiv zu behandeln. Eine medikamentöse Therapie ergänzt in der Regel das Behandlungskonzept. „Anhand der körperlichen Untersuchung und einfacher Blutwerte können wir bestimmen, welche Medikamente für den Patienten vermutlich am sinnvollsten sind. Bei der Vielzahl der mittlerweile bestehenden Therapieoptionen besteht dann unsere Aufgabe darin, für jeden Patienten das geeignete Medikament zu finden. „Eins steht jedoch fest“, so Dr. Böhmer, „DAS Konzept für die effektive Behandlung von Diabetes gibt es nicht. Für jeden Patienten muss individuell und unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren ein Therapieplan erarbeitet werden. Während ältere Menschen besser mit einer gemäßigten Blutzuckereinstellung auskommen, dürfen bei jungen Patienten keine Kompromisse gemacht werden. Steht die Gewichtsreduktion im Vordergrund  können neuerdings so genannte Dünndarmhormone eine Gewichtsabnahme mit einer 40 bis 50-prozentigen Erfolgsquote schnell und nachhaltig unterstützen. Bei allen Patienten müssen besonders die Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck und Cholesterin mitbehandelt werden. „Wir müssen langfristig wegkommen von einem Weltbild, bei dem nur die Zuckerwerte des Patienten im Fokus der Behandlung stehen. Es kommt vielmehr darauf an, die Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 in der ganzen Komplexität ihrer Erkrankung zu begreifen“, ist der Diabetologe der Fachklinik Dr. Steger überzeugt.

Über die Internistische Fachklinik Dr. Steger
Die Internistische Fachklinik Dr. Steger in Nürnberg hat sich auf die Behandlung von Diabetes in all seinen Erscheinungsformen spezialisiert. Sie zählt in der Region zu den zentralen Anlaufstellen für Betroffene. Wichtigste Säule der Therapie ist die Vermittlung einer gesunden Lebensweise, insbesondere die Anleitung zu einer diabetesgerechten Ernährung. Hierbei werden die Ärzte durch ein Team aus Diabetesberatern, Diätassistenten und Sporttherapeuten unterstützt. Regelmäßige Weiterbildungsmaßnahmen sichern einen modernen diagnostischen und therapeutischen Standard. Für die Behandlung der bei Diabetikern oft auftretenden Nieren- oder Herzprobleme stehen Spezialisten aus den Bereichen Nephrologie und Kardiologie zur Verfügung.