Bluthochdruck – eine stille Gefahr nicht nur fürs Herz

02.09.2010

Auch kranke Nieren können den Blutdruck nach oben treiben

Laut Aussage der Deutschen Hochdruckliga e. V. ist fast jeder vierte Deutsche von Bluthochdruck betroffen. Dies wird gemeinhin mit der Herz-Funktion in Verbindung gebracht. Was die meisten Menschen aber nicht wissen: Auch erkrankte Organe, wie zum Beispiel die Nieren, können einen erhöhten Wert verursachen.

Überschreitet der Blutdruck bei mehrmaligen Messungen im Ruhezustand sowie zu unterschiedlichen Zeitpunkten einen Wert von 140/90mmHG, ist er nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu hoch. Tritt dies über einen längeren Zeitraum auf, wird das arterielle Gefäßsystem beschädigt – meist ohne von den Betroffenen wirklich wahrgenommen zu werden, denn Bluthochdruck gilt als „silent killer“. Oft zeigen sich keine Beschwerden und bis auf gelegentliche Kopfschmerzen auch kaum Symptome, die auf die Erkrankung schließen lassen. Als Ursache für die von Medizinern als primäre Hypertonie bezeichnete Form des Bluthochdrucks machen Experten vor allem den westlichen Lebensstil verantwortlich. Charakteristisch hierfür sind eine ungesunde, zu salzhaltige Ernährung, Übergewicht und ein Mangel an Bewegung. 

Auch organische Erkrankungen verursachen Bluthochdruck
Weniger bekannt ist hingegen die sekundäre arterielle Hypertonie, die organische Erkrankungen als Ursache hat. Immerhin 5 bis 15 Prozent aller Hochdruck-Patienten sind davon betroffen. Am häufigsten spielt die Schädigung der Nieren eine Rolle. Hierfür können sowohl eine Verengung der Nierenarterie, Veränderungen des Nierengewebes, ein Tumor als auch eine hormonelle Störung in den Nebennieren verantwortlich sein. Die sekundäre Hypertonie ist behandelbar, in vielen Fällen sogar heilbar. Dafür muss aber zunächst die eigentliche Ursache des Bluthochdrucks gefunden werden. Ist dies nicht der Fall, ist Nierenversagen eine häufige Spätfolge von Bluthochdruck. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie warnt vor den Folgen der Nichterkennung: In den Industrieländern sterben mehr Menschen an der Hypertonie und ihren Folgen als an Krebs.

„Die Annahme, dass Bluthochdruck allein mit dem Herzen zusammenhängt, ist leider immer noch ein weit verbreiteter Irrglaube“, weiß Dr. Angelika Kirpal, Nephrologin und Hypertensiologin in der Internistischen Fachklinik Dr. Steger in Nürnberg. Wenn Bluthochdruckpatienten nach einer medikamentösen Behandlung vom Hausarzt nicht optimal eingestellt werden können, erfolgt in der Regel die Überweisung zu einem Spezialisten. Egal ob Kardiologe oder Nephrologe - im Vordergrund steht vor allem die ganzheitliche Behandlung. In der Internistischen Fachklinik Dr. Steger untersuchen die Experten für Nierenerkrankungen unter anderem die Nierendurchblutung der Patienten. Über ein bildgebendes Verfahren, die so genannte Dopplersonographie, beurteilen die Ärzte den Blutfluss. Zudem geben die Blut- und Urinwerte Aufschluss über Ursachen und mögliche Auswirkungen eines Nierenschadens. „Ist die Ursache des Bluthochdrucks erkannt, können wir gezielte Maßnahmen einleiten“, so Dr. Kirpal. „Bei einer Verengung der Nierenarterien kann bei jüngeren Menschen beispielsweise eine Aufdehnung der Arterien sinnvoll sein.“ Der Bluthochdruck kann somit meist vollständig therapiert werden.

Stress in der Nacht als weiterer Auslöser
Als weitere Ursache für sekundären Bluthochdruck gilt das Schlaf-Apnoe-Syndrom. Bei den nächtlichen Atemaussetzern produziert der Körper große Mengen an Stresshormonen. Dadurch beschleunigt sich der Puls und die Erholungsphase während des Schlafs wird deutlich gestört. Risikofaktoren wie Übergewicht, Alkoholkonsum, Herzerkrankungen oder Probleme mit der Nasenatmung begünstigen die Erkrankung, bei der der Blutdruckwert auch in der Nacht über dem Tageswert liegt. Ein ambulantes Screening klärt, ob ein Aufenthalt im Schlaflabor erforderlich ist, so dass gegebenenfalls eine Atemtherapie eingeleitet werden kann.

Fachkundige Betreuung der Patienten
Damit die Hypertensiologen der Internistischen Fachklinik Dr. Steger immer auf dem neuesten Stand sind und ihre Patienten optimal betreuen können, nehmen die Spezialisten für Bluthochdruck-Erkrankungen regelmäßig an Fortbildungen des Deutschen Hochdruckliga e. V. teil. Somit erfahren die Patienten in der Klinik eine umfassende Unterstützung, die ihnen auch im Umgang mit ihrer Erkrankung zu Gute kommt. In speziellen Patienten-Schulungen wird den Betroffenen alles vermittelt, was zur Vorbeugung und Behandlung der Krankheit von Bedeutung ist: Grundlagen des hohen Blutdrucks, die Vorgehensweise bei der Selbstmessung, eine angemessene Ernährung, mögliche Sport- bzw. Bewegungsarten sowie Stress-Management.


Über die Internistische Fachklinik Dr. Steger
Die Internistische Fachklinik Dr. Steger in Nürnberg ist eine Klinik für Innere Medizin mit hoch spezialisiertem Leistungsangebot in den Disziplinen Kardiologie, Nephrologie und Diabetologie. Als älteste ambulante Dialyseeinrichtung der Region blickt sie auf eine langjährige Erfahrung in allen Dialyseverfahren zurück. Das integrierte Praxis-Klinik-Konzept erlaubt sowohl eine umfassende ambulante als auch stationäre Versorgung der Patienten. Modernste Medizintechnik garantiert Sicherheit in Diagnostik und Therapie. Ein kompetentes Team aus Fachärzten, Pflegerinnen, Beratern und Therapeuten steht 24 Stunden zur Verfügung. Die Klinik steht Patienten aller Kassen offen und zeichnet sich durch eine persönliche und familiäre Atmosphäre aus.